Zum Inhalt springen
038351 979009
Ratgeber · 2 Min. Lesezeit

Fundamenterder oder Ringerder? Was die DIN 18014 beim Neubau verlangt

Gedämmte Bodenplatte, weiße Wanne, V4A statt verzinkt — die vier Punkte, an denen beim Erder am häufigsten das Falsche eingebaut wird.

Das Wichtigste in Kürze
  • Jeder Neubau braucht eine Erdungsanlage — das ist keine Option, sondern Vorgabe.
  • Bei gedämmter Bodenplatte oder weißer Wanne gehört der Erder ins Erdreich, nicht in den Beton.
  • Im Erdreich nur nichtrostender Stahl V4A; verzinkt korrodiert dort.
  • Ohne Dokumentation vor dem Betonieren ist der Nachweis später nicht zu führen.

Warum überhaupt ein Erder

Die Erdungsanlage verbindet die elektrische Anlage des Gebäudes mit dem Erdreich. Sie ist die Grundlage für den Schutz bei Fehlerströmen, für den Potentialausgleich aller metallenen Leitungen im Haus und, wo eine Blitzschutzanlage vorhanden ist, für deren Ableitung.

Eingebaut wird sie im kürzesten Zeitfenster der ganzen Baustelle: nach dem Aushub, vor dem Beton. Wer diesen Termin verpasst, baut später aufwendig nach — oder gar nicht.

Der Punkt, an dem es meistens schiefgeht

Der klassische Fundamenterder liegt im Beton des Fundaments. Das funktioniert, solange der Beton Kontakt zum Erdreich hat. Moderne Bodenplatten haben den oft nicht mehr: Perimeterdämmung unter der Platte, eine Abdichtung oder eine weiße Wanne trennen den Beton vom Boden. Ein Erder darin ist dann elektrisch vom Erdreich isoliert.

Für diesen Fall verlangt die Norm einen Ringerder im Erdreich — außen um das Gebäude, unterhalb oder neben der Gründung, im direkten Kontakt mit dem Boden. Das ist Erdarbeit und gehört zum Aushub, nicht zum Innenausbau.

Welcher Fall vorliegt, steht in der Planung. Wer sich unsicher ist, fragt den Elektrofachbetrieb, bevor der Beton kommt — danach ist die Frage nur noch teuer zu beantworten.

Material und Ausführung

Im Beton ist verzinkter Bandstahl zulässig. Sobald der Erder im Erdreich liegt oder aus dem Beton ins Erdreich übertritt, gehört nichtrostender Stahl der Sorte V4A hinein. Der Übergang zwischen beiden Welten ist die Schwachstelle: Dort korrodiert verzinktes Material zuerst, und genau dort kommt niemand mehr hin.

Dasselbe gilt für die Anschlussfahnen, die durch Beton und Abdichtung nach außen geführt werden — und für jede Verbindungsstelle, die sauber ausgeführt und gegen Korrosion geschützt sein muss.

Querschnitt, Maschenweite und Anzahl der Anschlussfahnen gibt die Planung vor. Sie richten sich danach, ob nur die elektrische Anlage oder zusätzlich ein Blitzschutz versorgt wird.

Dokumentieren, bevor der Beton kommt

Ein Erder, der im Beton liegt, lässt sich nicht mehr ansehen. Was bleibt, sind Fotos und Maße: Lage, Tiefe, Material, Länge, jede Verbindung, jede Anschlussfahne, eingemessen von festen Punkten aus.

Diese Unterlagen verlangt der Prüfer bei der Abnahme, und sie sind später die einzige Auskunft darüber, was im Boden liegt. Wir fotografieren und messen deshalb immer vor dem Betonieren und vor dem Verfüllen und geben die Unterlagen mit der Rechnung heraus.

Geschrieben von TYSSEN Dienstleistungen, Mesekenhagen. Stand 12.10.2026. Allgemeine Hinweise aus der Praxis — kein Ersatz für den Blick vor Ort oder eine Rechtsberatung.

Anfrage

Lieber einmal vor Ort ansehen?

Jeder Ratgeber hat Grenzen. Was bei Ihnen sinnvoll ist, sagen wir Ihnen nach einem Blick vor Ort — ohne Verpflichtung.

Anrufen Anfrage