- Viele Häuser vor 1970 haben keinen Erder, der heutigen Anforderungen genügt.
- Nachrüsten geht als Tiefenerder oder als Ringerder im Graben ums Haus.
- Oft fällt es erst bei PV-Anlage, Wärmepumpe oder Zählerwechsel auf.
- Planung und Messung macht der Elektriker, den Graben machen wir.
Warum das Thema jetzt auftaucht
In älteren Häusern übernahm früher oft die metallene Wasserleitung die Erdung. Seit Hausanschlüsse und Leitungen aus Kunststoff bestehen, ist dieser Weg weg — in vielen Gebäuden ohne dass jemand es gemerkt hätte.
Auffällig wird es, sobald etwas Neues dazukommt: eine Photovoltaikanlage, eine Wärmepumpe, eine Wallbox, ein Zählerschrankwechsel. Dann prüft die Elektrofachkraft die Anlage, findet keine ausreichende Erdungsanlage und verlangt eine — und plötzlich ist der Elektroauftrag ein Erdbauauftrag.
Tiefenerder oder Ringerder
Ein Tiefenerder ist ein Stab, der in Teilstücken senkrecht in den Boden getrieben wird. Er braucht wenig Platz, ist in wenigen Stunden gesetzt und eignet sich, wo kein Graben möglich ist — etwa in einem gepflasterten Hof. Wie tief er muss, hängt vom Boden ab; im Sand braucht es mehr Länge als in feuchtem, bindigem Grund.
Ein Ringerder liegt waagerecht in einem Graben ums Gebäude. Das ist mehr Erdarbeit, bringt aber meist die besseren Werte und lässt sich gut mit anderen Arbeiten verbinden — wenn ohnehin eine Drainage gelegt, ein Kabel verlegt oder eine Fläche neu gepflastert wird, liegt der Graben schon offen.
Welche Variante in Frage kommt und welcher Erdungswiderstand erreicht werden muss, entscheidet die Elektrofachkraft. Sie misst auch nach — das ist nicht unsere Aufgabe und soll es nicht sein.
Der Potentialausgleich im Haus
Zur Erdung gehört die Haupterdungsschiene im Keller, an die alles angebunden wird, was leitfähig ist und ins Gebäude führt: Wasser, Gas, Heizung, Antenne, und bei Bedarf Blitzschutz und PV. Fehlt sie oder ist sie unvollständig, nützt der beste Erder draußen wenig.
Diese Arbeit macht der Elektrofachbetrieb. Was wir beisteuern, ist der Weg nach draußen: die Kernbohrung oder Durchführung, der Graben, der Erder und die saubere, korrosionsgeschützte Verbindung dazwischen.
Gleich mitmachen, wenn ohnehin gegraben wird
Der günstigste Zeitpunkt für eine nachgerüstete Erdung ist der, an dem der Bagger sowieso da ist. Wer eine Drainage legen lässt, die Einfahrt neu pflastert oder ein Leerrohr für die Wallbox zieht, sollte den Elektriker vorher fragen, ob ein Ringerder mit hineingehört.
Hinterher noch einmal aufzugraben kostet das Mehrfache — und bei einer frisch gepflasterten Fläche tut es zusätzlich weh.
Geschrieben von TYSSEN Dienstleistungen, Mesekenhagen. Stand 12.10.2026. Allgemeine Hinweise aus der Praxis — kein Ersatz für den Blick vor Ort oder eine Rechtsberatung.
